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Nov
09

Porsche Panamera S E Hybrid – Der Praxistest

Fahrtest / Kaufberatung zum Porsche Panamera S E Hybrid

Porsche Panamera S E Hybrid - Der Praxistest

Porsche Panamera S E Hybrid im Praxistest

Ein Porsche mit einem Elektromotor? Ist das praktikabel, ist das noch sportlich und überhaupt – fehlt da nicht etwas ganz Wesentliches, nämlich der kernige Motorsound? Fragen über Fragen, und auch wenn man irgendwie dieses Gundvertrauen in die Marke Porsche und deren Anspruch an Sportlichkeit hat, so ist man doch sehr gespannt auf dieses Stück „automobile Zukunft“.

Tag der Abholung: Und es hat „Zoom“ gemacht!

Stuttgart-Zuffenhausen erstrahlt in der schönsten Herbstsonne, als ich mich im „Werk 1“ beim Pförtner anmelde, um den hochgepriesenen Porsche Panamera S E-Hybrid zum Testen in Empfang zu nehmen. Nach der Abwicklung der Formalitäten schon die erste Besonderheit. Nicht nur den Empfang des Schlüssels gilt es zu quittieren, sondern man erhält auch gleich ein Apple iPhone mit dazu. Stimmt, richtig, da war doch was… Eine App namens „Porsche Car Connect“, kurz PCC, schafft die Verbindung zwischen iPhone und Porsche. Wenn schon Zukunft, dann wohl richtig. Also gut, alles eingepackt und mit dem Porschemitarbeiter nach draußen gegangen, um den Panamera in Empfang zu nehmen. Und da stand er – schön, kraftvoll und imposant… wie eben ein Panamera so wirkt. Nur mit dem Unterschied, dass dieses Exemplar an einer (natürlich gut designten) Stromzapfsäule angeschlossen war. Auf meine Frage hin, was denn jetzt so zu beachten sei, wurde mir kurz das mobile Ladekabel im Kofferraum gezeigt, welches dort im sicher verankerten mittelgroßen Koffer lag. Ein kurzer Hinweis auf die zwei Tankdeckel – hinten links für Strom und hinten rechts für Benzin – und das war es auch schon. Wie er denn so sei, war noch meine letzte Frage, die mit einem Grinsen quittiert wird. „Es hat schon beim Umparken mächtig Spaß gemacht…“. Nun gut, jetzt wird es aber wirklich höchste Zeit für erste Selbsterfahrungen!

Schlüssel rein (wie immer natürlich links!) und diesen umgedreht. Nichts tut sich… Nein – fast nichts, denn im Cockpit springt ein Zeiger auf „Ready“. Nachdem ich die Automatik auf „D“ gestellt habe (im Panamera S E-Hybrid werkelt eine Tiptronic S mit 8 Gängen), löse ich langsam den Fuß von der Bremse… und… der Panamera bewegte sich geräuschlos nach vorne. Bis jetzt hat man das Gefühl, als ob man im Leerlauf etwas losrollt. Also das Gaspedal vorsichtig hinunterdrücken.. Huiiiiii! Da geht was! Ein weiterer vorsichtiger Gasstoß bestätigt den Verdacht, dass das hier kein langweiliges Ökoauto zu schein seint. Aber gut, wir sind hier noch auf dem Werksgelände und ich halte mich zurück. Einmal um die Ecke gefahren, brav ausgecheckt und nach der ersten Ampel habe ich Gewissheit – das hier dürfte der wohl spaßigste Hybrid sein, der aktuell gebaut wird! Doch gemach… immer der Reihe nach.

Die erste Fahrt: Er kann, wenn man will…

Die Heimfahrt führt mich aufgrund von Verkehrsstaus auf der A8 (welch‘ Überraschung) über zahlreiche Landstraßen. Und natürlich halte ich mich nicht zurück, sondern schaue zuerst einmal, ob hier die Porschegene passen – also wie es um die Sportlichkeit bestellt ist. Bei allem „Öko“ – das hier ist immerhin ein Porsche und kein Vehikel, um profan von A nach B zu kommen. Es darf… nein, es soll auch Spaß machen. Kurzum – die Gene passen! Der Panamera ist auch in der Ausbaustufe als Hybrid genau das, was man von einem Porsche erwartet – sportlich und leistungsstark. Fahrwerk, Bremsen, Lenkung… alles passt! Auch der V6 Kompressor wird perfekt durch den Elektromotor unterstützt, wenn man einen Extraschub an Beschleunigung braucht. Man vergisst schnell, dass man in einem „grünen“ Auto sitzt. Einzig der Motorsound könnte etwas agressiver sein (im Konfigurator gibt es keine Sportabgasanlage!), aber das passt wohl dann doch nicht ganz zum Image. Das wäre aber nur das i-Tüpfelchen. Denn es macht Spaß im Panamera S E-Hybrid zu fahren – auch das schnelle Kurvenräubern!

Theorie und Praxis

Der E-Hybrid ist mit 2.050 kg Leergewicht angegeben und damit kein Leichtgewicht. „Mein“ Exemplar hat sehr viele Extras mit an Bord, so dass ich von ca. 2,2 bis 2,3 Tonnen ausgehe. Das ist schon etwas „pfundig“, denn der „normale“ Panamera S liegt nach DIN bei 1.800 kg und der Panamera Diesel bei 1.880 kg – und damit gute 170 bis 250 Kilo unter dem S E-Hybrid, was schon ein Wort ist. Aber sowohl Fahrwerk als auch Bremsen stecken die Kilos locker weg. Doch wie sieht es mit Antrieb aus?

Im Panamera S E-Hybrid arbeitet ein Elektromotor sowie ein Verbrennungsmotor „Hand in Hand“ – schauen wir doch mal genauer hin. Der Verbrennungsmotor ist ein 3-Liter V6 mit Kompressor, der 333 PS bei 440 Nm leistet. Das reißt jetzt den mit Leistung verwöhnten Porschefahrer nicht vom Hocker, aber das ist ja noch nicht alles. Das Stromaggregat bietet auf den ersten Blick bescheidene 95 PS. Und schaut man sich das Drehmoment an, kommt hier eine leise Vorahnung. Ab der ersten Umdrehung leistet der Stromantrieb nämlich satte 310 Nm – direkt aus dem Stand! Im Spurt hat der Hybrid damit die Nase ganz gut vorne mit dabei und wirkt alles andere als unsportlich!

Ab ca. 50 km/h fällt die Leistungskurve im E-Betrieb ab und der Verbrennungsmotor übernimmt, wenn man ein zügigeres Fortkommen vorzieht. Das bedeutet jetzt nicht, dass man nur bis 50 km/h per Strom fahren kann. Nein… bis 135 km/h sind sogar im reinen Elektrobetrieb möglich. Aber ab 50 km/h bewegt sich die Tachonadel etwas arg moderat nach oben, wenn man den Panamera als reines Elektrofahrzeug bewegen möchte. Das soll der Panamera aber auch nicht sein – er ist ein Hybrid, d.h. Verbrennungs- und Strombetrieb ergänzen sich. Und das machen sie wirklich hervorragend. Ich möchte das anhand einiger Fahrprofile gerne einmal aufzeigen.

In der Stadt:
Die Stadt ist das eigentliche „Revier“ des Panamera S E-Hybrid. Stop&Go, Ampeln – eben viel Anfahren und Abbremsen – hier fühlt sich ein Hybrid zu Hause. Der Elektromotor verbraucht genau dann Energie, wenn er den Panamera in Bewegung setzt – aber nicht beim Warten an der Ampel oder im Stau. Ohne Hybrid läuft es doch so: Der Verbrennungsmotor läuft im Stillstand munter weiter und verbraucht sinnlos Kraftstoff. Oder aber – wenn er über eine Start-Stop-Automatik verfügt – ist hier bei aller ausgefeilter Technik doch immer noch diese unsportliche „Gedenksekunde“, bevor der Motor wieder erwacht. Nicht so beim S E-Hybrid, denn hier muss kein Anlasser tätig werden, um den Motor zu starten. Wenn das Gaspedal gedrückt wird, schiebt der E-Motor unverzüglich nach vorne – und das wie schon erwähnt mit 310 Nm direkt ab der ersten Umdrehung!

Wie wir alle wissen, ist das Bremsen beim Autofahren pure Energievernichtung. Da man aber in bestimmten Situationen nicht darauf verzichten kann, sollte das Bremsen weningstens einen (energetischen) Zweck erfüllen. Und das macht es beim Hybrid. Bis zu einer gewissen Bremsanforderung kann die Energie in Strom umgewandelt und dem Akku zurückgeführt werden. D.h. hier wird nicht über die Bremsen gebremst, sondern über den Elektromotor, der zum Dynamo wird. Diese Bremswirkung ist völlig ausreichend bei vorausschauendem Fahren. Wird eine größere Bremswirkung erforderlich, greifen automatisch (und übergangslos) die normalen Bremsen. Bis wann beim Bremsen noch geladen wird und ab wann die normalen Bremsen eingreifen informiert übrigens eine übersichtliche Analoganzeige im Cockpit – dazu aber später mehr.

Während das Konzept mit reinem Verbrennungsmotor in der Stadt wesentliche Nachteile hat – also der Verbrauch in den „Standphasen“ und die Energieverschwendung beim Bremsen – trumpft der Hybrid maximal auf ganzer Linie. Für den Verbrennungsmotor gibt es hier eigentlich überhaupt keine Notwendigkeit – außer der Akku hat schlapp gemacht und man muss wieder an die Ladestation.

Auf der Landstraße und auf der Autobahn:
Hier endet normalerweise die Fahrt im reinen Elektrobetrieb. Warum, wenn man eigentlich bis 135 km/h mit Strom vorankommt? Die Stärke des Elektromotors liegt in erster Linie im Anfahren und im Vorankommen bis ca. 50 km/h. Sicher möchte niemand mit einem Panamera zu einem „rollenden Hindernis“ werden. Und ab ca. 70 km/h wird man das im reinen E-Betrieb. Also ruft man mehr Leistung ab und aktiviert damit den Verbrennungsmotor, der bei höheren Drehzahlen einfach mehr „Dampf“ bietet. Der Verbrennungsmotor übernimmt ab diesem Moment voll und ganz das Vorankommen, und erst wenn man wieder langsam fährt, schaltet sich der Elektromotor ein.

Ein besonderes „Schmankerl“ haben sich die Ingenieure in Weissach ausgedacht, das beim Fahren auf der Landstraße und auf der Autobahn zum Einsatz kommt. Es nennt sich „Boost“ und man kann es denke ich ganz gut als „elektrischer Turboschub“ bezeichnen. Beim „Boosten“ verpasst der Elektromotor dem Verbrennungsmotor einen extra Schub. Wie das geht? Wird im Verbrennungsbetrieb besonders viel Leistung abgerufen – also beim Kickdown oder im Sportmodus auch schon bei ca. 80% des Gaspedals – setzt der Elektromotor noch ein Quäntchen „oben drauf“. Und das hat es in sich! Immerhin steigen die Nm damit von 440 Nm im reinen Verbrennungsbetrieb auf ganze 590 Nm an bzw. von 333 PS auf damit kombinierte 416 PS. Turbofahrer kennen den Effekt – und hier ist er ähnlich spürbar. Der V6 Kompressor ist an und für sich ein guter Kompromis aus Verbauchssicht und Sportlichkeit – ist jedoch der Akku leer und der „Boost“ beim Kickdown bleibt aus, merkt man die fehlende Leistung. Generell kann man sagen, dass der Elektroantrieb den Panamera in leichtfüßig macht – beim Anfahren genauso wie mit dem Extraschub beim Kickdown.

Damit man sich keine Gedanken über erhöhten Verschleiß machen muss, sei dies angemerkt: Es wurde berücksichtigt, dass der Verbrennungsmotor bei einem Hybrid nur kurze Einschaltphasen hat und damit nie (bei Kurzstrecken) oder erst spät auf 90 Grad Temperatur kommt. In der Regel liegt die Drehzahl beim zugeschalteten Verbrenner im moderaten Drehzahlbereich. Doch selbst höhere Drehzahlen sind für diesen Motor laut Porsche auch im kalten Zustand kein Problem.

Reichweite und Verbrauch

Ein sehr spannender Punkt ist der Verbrauch. Und natürlich die Reichweite im rein elektrischen Betrieb. Zunächst zum Verbrauch – ja, der Panamera S E-Hybrid ist wirklich sehr sparsam. Damit meine ich auch den Verbrennungsmotor, der – vernünftige Fahrweise ohne viel Kompressordruck vorausgesetzt – sehr genügsam mit dem Benzin haushaltet. In Verbindung mit dem Hybrid-System wird das Ganze dann richtig effizient, denn besonders viel Energie verbraucht ein Verbrennungsmotor dabei, die Masse erst einmal in Bewegung zu versetzen. Hier kommt der Elektromotor ins Spiel, der diesen Part mühelos übernimmt. Normalerweise verpufft die eingesetzte Energie sinnlos beim Bremsen – nicht der Hybrid, der hier vorbildlich dadurch glänzt, dass durch die Energierückführung nichts (kaum etwas) vergeudet wird. Auch nicht vergessen darf man das „Segeln“ auf der Autobahn – also das energielose Dahingleiten ohne großartige Bremswirkung durch den Motor oder Antrieb. Das hat jetzt nichts direkt mit dem Hybrid zu tun, da es auch im „normalen“ Panamera und Porsche 911 zu finden ist, aber es vervollständigt die Effizienz.

Was das konkret in Verbrauchszahlen bedeutet? Nutzt man die Vorzüge des Hybrids, d.h. man fährt vorausschauend, vermeidet Kickdowns, starkes Abbremsen und gleitet maximal 180 km/h über die Autonahn, dann kann man einen Verbrauch von knapp über 5 Litern erreichen. Man muss sich das wirklich einmal vor Augen halten – das sind Verbrauchswerte, die ein Golf Diesel vorweist, die aber ebenso mit einem großen, ausgewachsenen Porsche mit über 400 PS erreicht werden. Da entscheidet man sich doch gerne (und mit gutem Gewissen!) für den Porsche. Wirklich beachtlich.

Um die Reichweite im reinen Elektrobetrieb zu testen, bin ich quer durch die Stadt, über Landstraßen und zu guter Letzte auch auf die Autobahn gefahren. Zu Beginn der Fahrt zeigt der Akku eine Reichweite von 15 Kilometern an. Bei normaler Fahrt durch die Stadt mit Energierückgewinnung beim Bremsen wächst die Reichweite im Display tatsächlich an. Ich kann es mir nicht erklären, aber es ist so. Nach der Fahrt über die Landstraße ging es auf die Autobahn, auf der ich auch eine Geschwindigkeit von knapp 135 km/h erreicht habe. Insgesamt 26 Kilometer weit bin ich gekommen. Ohne Autobahn wären es sicherlich über 30 Kilometer gewesen – Porsche verspricht offiziell 35 Kilometer, was ich für realistisch halte, wenn viel Stadtverkehr mit dabei ist. Auch wenn der Akku vermeintlich leer ist – etwas an Energie hält dieser immer noch vor. Denn nachdem ich mit „leerem“ Akku die Autobahn verlassen hatte und an der Ampel stand, wurde das Anfahren wieder wie gewohnt vom Elektromotor übernommen. Zwar nur kurzzeitig, d.h. der Verbrennungsmotor sprang nach ein paar Metern wieder an, aber die „energiereiche“ Anfahrt wird möglichst immer vom E-Betrieb übernommen. Ganz im Sinne des Energiesparens.

Fazit

Der Porsche Panamera S E-Hybrid ist ein faszinierendes Auto – nein, ein faszinierender Sportwagen. Denn hatte man „Hybrid“ bisher eher ausschließlich mit Attributen wie „vernünftig“, „ökologisch“ und vielleicht auch ein wenig „langweilig“ verbunden, so ist dieses Exemplar all das – nur das Gegenteil von langweilig. Mit einem Grundpreis von aktuell 110.409 Euro lässt sich das Porsche natürlich auch bezahlen und ginge es alleine um die Vernunft, würde diese einem sagen, dass man von der Differenz zum Kaufpreis eines Panamera Diesel – wir reden hier immerhin von ca. 25.000 Euro – sehr viel fossilen Kraftstoff kaufen kann.

Hier geht es aber um mehr – der Panamera S E-Hybrid ist ein Technologieträger, der ein völlig anderes Fahren ermöglicht. Dabei ist die Technik schon jetzt ausgereift und das Anwendungsprofil passt sicherlich auf sehr viele Fahrer. Beeindruckt hat mich nicht nur der Verbrauch, sondern auch das sehr harmonische Zusammenspiel zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor. Der Übergang von einem zum anderen Antrieb ist erstaunlich „fließend“. Das ganze Auto wirkt sehr gut abgestimmt. Und selbst an kleine Details wie eine elektrische Zusatzheizung wurde gedacht.

Die Begeisterung für die Technik und sicherlich auch das beruhigte „grüne Gewissen“ zeichnen wohl die Zielgruppe aus, für die Porsche dieses Auto gebaut hat. All das gepaart mit einer Alltagstauglichkeit macht den Panamera S-E-Hybrid sehr reizvoll. Ich jedenfalls habe ihn nur sehr ungern wieder abgegeben… Und der fehlende Motorsound im Elektrobetrieb? Wenn das Drehmoment stimmt, tröstet es auch über den fehlenden Sound hinweg. Und wer weiß, vielleicht gibt es da bald etwas als MP3-Upgrade…

PFF – unabh. Porsche Magazin

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