Mobilitätsverband: Lieferengpässe: Kulanz von Leasingunternehmen

Fuhrparkbetreiber wünschen sich mehr Unterstützung von Leasinggesellschaften / BBM fordert Selbstverpflichtung der Leasingbranche, Vertragsverlängerungen grundsätzlich zu akzeptieren

Mobilitätsverband: Lieferengpässe: Kulanz von Leasingunternehmen

Leasinggesellschaften sollten aufgrund der Engpässe nicht auf die Rückgabe der Fahrzeuge bestehen.

Mannheim, im Juni 2022. Neuwagen und fristgerechte Lieferungen sind derzeit aus den bekannten Gründen ein echter Engpass. Der VMF Verband der markenunabhängigen Mobilitäts- und Fuhrparkmanagementgesellschaften fordert in einem aktuellen Positionspapier zu Recht, dass die Hersteller eine ausgewogene Verteil- und Produktpolitik an den Tag legen sollten und die betrieblichen Mobilitätsanforderungen genauso berücksichtigen, wie das vermeintlich margenstärkere Privatgeschäft mit Premiumfahrzeugen. Aus dem Mitgliederkreis des Bundesverbandes Betriebliche Mobilität (BBM) mit über 600 Fuhrparkbetreibenden wird allerdings auch eine Forderung an die Leasinggesellschaften lauter: “Es gibt offensichtlich ein paar schwarze Schafe unter den Leasinggebern, die trotz Kenntnis einer schwierigen Lage beim Leasingnehmer auf Rückgabe drängen oder sogar juristisch vorgehen. Grund: gestiegene Gebrauchtwagenpreise und hohe Veräußerungsgewinne. Das geht aus unserer Sicht gar nicht”, sagt der BBM-Vorstandsvorsitzende Marc-Oliver Prinzing.

Der Wunsch, ja die Forderung des Verbandes: Die im Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) und im VMF organisierten Fahrzeug-Verleaser sollten so etwas wie eine Selbstverpflichtung abgeben und Kunden in der schwierigen Situation unterstützen. Dazu gehöre die häufig genannte “stillschweigende Verlängerung” grundsätzlich auf Antrag zu akzeptieren. Sie ist kein Vertragsbestandteil und der Schwebezustand kann in der Praxis recht schwierig werden, wie ein BBM-Mitglied vor Kurzem berichtet hat. Prinzing: “Unser Mitglied war sehr überrascht, dass die große, international tätige Leasinggesellschaft offensichtlich das Wort Service und Support nicht mehr kannte oder zumindest mal ausgeblendet hat, um eigene Interessen durchzusetzen und unter Androhung juristischer Schritte die sofortige Herausgabe zum Vertragsende forderte. Das mag zwar rechtens sein, fair ist es aber auf keinen Fall. Leasingnehmern kann nur geraten werden, bei Ausschreibungen entsprechend auf akzeptable Vereinbarungen für das Vertragsende und eine etwaige längere Nutzung zu drängen”.

Der Bundesverband Betriebliche Mobilität wurde im Oktober 2010 als Bundesverband Fuhrparkmanagement und Initiative von Fuhrparkverantwortlichen gegründet. Über die Jahre hat sich das Themenspektrum und die Ausrichtung verändert, sodass auch der Name im Mai 2022 in BBM geändert wurde. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder, die Fuhrparks zwischen 5 und 50.000 Fahrzeugen betreiben und stellt seine Expertise für betriebliche Mobilität bereit. Mitglieder sind unter anderem Unternehmen wie Axel Springer Services & Immobilien GmbH, ING Diba, KPMG AG, CANCOM IT, KAEFER SE & CO. KG, SEG Sparkassen Einkaufs-Gesellschaft mbH, SAP, Boehringer Ingelheim, Deutsche Bahn Fuhrparkservice oder Stadtwerke Heidelberg Netze GmbH. Der Verband ist Mitbegründer und Mitglied der FMFE Fleet and Mobility Management Federation Europe.

Vorstandsmitglieder des Verbandes sind Marc-Oliver Prinzing (Vorsitzender), Klaus Bockius (stv. Vorsitzender, Leiter Mobility Solutions & Services, Boehringer Ingelheim GmbH & Co KG), Dieter Grün (stv. Vorsitzender, Fuhrparkleiter Stadtwerke Heidelberg Netze) und Claudia Westphal (stv. Vorsitzende, Fuhrparkleiterin Beiersdorf AG). Geschäftsführer ist Axel Schäfer. Sitz des Verbandes und der Geschäftsstelle ist Mannheim.

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